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Ferrari Luce und die Marke Ferrari im Rorschachtest: Was Ihr Team über die Marke verrät

  • Autorenbild: Harald Sturm
    Harald Sturm
  • vor 8 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Ein Auto mit Stromkabel polarisiert. Aber was es über Ihr Unternehmen enthüllt, ist unbequemer als jede Debatte über Antriebstechnologie.



„Ritsons Post bringt auf den Punkt, was ich in jedem Markenworkshop (ja, in jedem WS) erlebe: Nicht die Marke ist das Problem, sondern dass jeder sie anders interpretiert. Die Lösung liegt nicht in besseren Botschaften, sondern in klarem und geteiltem Verständnis. Genau hier entsteht die Magie.“

— Harald Sturm


Mark Ritson hat auf LinkedIn einen scharfsinnigen Kommentar zum neuen Ferrari-Elektroauto gepostet. Seine These: Was Menschen im Ferrari sehen, sagt mehr über sie selbst aus als über das Auto. Der Kreative sieht ein Designproblem. Der Strategieberater ein Strategieproblem. Der HR-Mensch ein Team-Problem. Der Finanzvorstand den Aktienkurs.





Das ist nicht nur ein cleverer Beobachtungsgag. Es ist ein diagnostisches Werkzeug für jeden CEO, der verstehen will, warum sein Unternehmen in Silos denkt.



Der blinde Fleck heißt Perspektive


Ritsons Liste liest sich wie eine Inventur professioneller Betriebsblindheit: Markenmanager sehen DNA-Probleme, Marktforscher vermissen Insights, der Vertrieb schimpft aufs Marketing. Jeder betrachtet dasselbe Objekt — und sieht nur sein eigenes Revier bedroht.


Das passiert in Ihrem Unternehmen täglich. Nur nicht bei einem Ferrari, sondern bei Ihrer Marke, Ihrer Strategie, Ihrem nächsten Produktlaunch. Der Vertrieb will mehr Rabattspielraum. Das Marketing will mutigere Kampagnen. Die Geschäftsführung will beides, aber ohne zusätzliches Budget. Jeder argumentiert aus seiner Ecke — und niemand aus Kundenperspektive.


Byron Sharp würde sagen: Mentale Verfügbarkeit entsteht nicht in Abteilungen, sondern in Köpfen. Und Köpfe interessieren sich nicht für Ihre Organigramme.



Warum das KMU härter trifft als Ferrari


Ferrari kann sich öffentliche Debatten leisten. Der Nachrichtenwert eines elektrischen Cavallino finanziert sich durch weltweite Medienaufmerksamkeit quasi selbst. Aber was ist mit dem mittelständischen Maschinenbauer aus Oberösterreich? Dem Familienhotel in Südtirol? Der Softwarefirma aus der Schweiz?


Wenn dort jede Abteilung eine andere Geschichte über die Marke erzählt, gibt es keine Schlagzeilen. Es gibt Verwirrung beim Kunden. Es gibt Bewerber, die nicht verstehen wofür das Unternehmen steht. Es gibt Preisdiskussionen, die mit klarer Positionierung nie geführt werden müssten.


Ich sehe das regelmäßig in der Beratung: Ein Unternehmen mit hervorragenden Produkten, engagierten Mitarbeitern, soliden Finanzen — aber fünf verschiedenen Antworten auf die Frage "Wofür stehen wir eigentlich?". Der CEO sagt Innovation. Der Vertrieb sagt Verlässlichkeit. Das Marketing sagt Premium. HR sagt Familienkultur. Der Kunde sagt: keine Ahnung.



Der Rorschachtest für Ihren Führungstisch


Die Frage für Sie als Geschäftsführer ist nicht, ob der elektrische Ferrari ein gutes Auto wird. Die Frage ist: Wie reagiert Ihr Führungsteam, wenn etwas Neues auf den Tisch kommt? Sieht jeder sein Abteilungsproblem? Oder sieht jemand die Chance für den Kunden?


Unternehmen, die intern geschlossen auftreten, können extern konsistent kommunizieren. Unternehmen, die intern fragmentiert sind, senden fragmentierte Signale. Der Markt vergütet Klarheit. Er bestraft Widerspruch — nicht durch Boykott, sondern durch Vergessen.



Was Sie verlieren, wenn Sie nichts ändern


Jeden Tag, an dem Ihre Abteilungen verschiedene Versionen Ihrer Marke verkaufen, verlieren Sie Marge. Nicht durch böse Absicht, sondern durch interne Unschärfe. Bewerber entscheiden sich für den Wettbewerber mit klarerem Profil. Kunden zahlen weniger, weil sie Ihren Mehrwert nicht greifen können. Ihre besten Leute frustriert das tägliche Erklären, statt das Umsetzen.


BT Bau kam zu mir mit null eingehenden Bewerbungen pro Monat. Nach konsequenter Markenarbeit und zielgerichteter Markenkommunikation sind es weit mehr als 100 Bewerbungen. Mehr als 25 Mitarbeiter wurden bereits ins Team aufgenommen. Der Unterschied war nicht das Recruiting-Budget. Der Unterschied war, dass alle und die Markenkommunikation die gleiche Geschichte erzählten.


Ritsons Ferrari-Post ist unterhaltsam. Die Diagnose dahinter ist es nicht. Die Frage ist nur: Wollen Sie wissen, was Ihr Team im Rorschachtest sieht?




Hallo, ich bin Harald Sturm 👋 Ich bin Marken-Arzt – und Sparringpartner für KMU, CEOs & CMOs.


Ich decodiere, warum starke Unternehmen unter ihrem Wert wahrgenommen werden – und begleite sie mit 100 % Fokus auf Marke, Kommunikation & Sales dabei, das zu ändern. Beratend oder als Fractional CMO.


Meine These: Jedes Unternehmen ist besser als sein Marktauftritt. Wer seine Marke alle zwei Jahre neu erfindet, zahlt jedes Mal die Anlaufkosten – und erntet nie den Zinseszins.



 
 
 

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