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Jameson MLS-Kampagne: Was Sponsoring richtig macht

  • Autorenbild: Harald Sturm
    Harald Sturm
  • vor 18 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Jameson zeigt, wie man Fußball-Sponsoring richtig denkt

Ein kolumbianischer Reggaeton-Star, ein Streetwear-Designer und eine irische Whiskey-Marke laufen auf einen Gehweg. Was klingt wie der Anfang eines schlechten Witzes, ist tatsächlich eine der durchdachteren Sponsoring-Kampagnen dieses Jahres.

Jameson Irish Whiskey geht mit "It's What You Bring" in die zweite MLS-Saison als offizieller Whiskey-Partner — und macht dabei vieles richtig, was andere Marken konsequent falsch machen. Die Kampagne vereint J Balvin, KidSuper-Gründer Colm Dillane und eine klare strategische Linie: Nicht das Produkt in den Mittelpunkt stellen, sondern die Momente, die Menschen zusammenbringen.

Warum diese Kampagne mehr ist als Celebrity-Marketing

Der Spot selbst ist simpel: Ein Fan kickt einen Ball über einen Gehweg, Balvin kommt aus einer Bar, beginnt zu rappen, Passanten schließen sich an, am Ende wird angestoßen. Kein Produkt-Hero-Shot, keine Whiskey-Flaschen in Zeitlupe. Stattdessen: Menschen, die sich um einen Ball versammeln.

"'It's What You Bring' ist ein Aufruf, die Fans zu feiern, ihre Energie und ihre Kreativität", sagt Kristen Colonna, VP Marketing bei Jameson. Das klingt nach Standard-Marketing-Sprech — aber die Umsetzung zeigt, dass sie es ernst meinen.

Die Partnerschaft mit J Balvin und Colm Dillane ist kein zufälliges Celebrity-Casting. Beide managen gemeinsam Super Niños FC in der Baller League, einem Indoor-Fußball-Wettbewerb. Was mich an dieser Kampagne beeindruckt: Jameson hat verstanden, dass Sponsoring kein Logogeschäft mehr ist. Die arbeiten mit Leuten zusammen, die tatsächlich in der Kultur leben, die sie erreichen wollen. Das ist der Unterschied zwischen gekaufter und verdienter Relevanz.

Die Aktivierungen machen den Unterschied

Wo viele Sponsorings bei Logo-Platzierung und einem TV-Spot aufhören, denkt Jameson weiter. Eine limitierte KidSuper-Kapselkollektion mit neun Teilen — Trainingsanzüge, Trikots, Hoodies. Limitierte Flaschen mit Branding für vier MLS-Clubs: Chicago Fire, LA Galaxy, New York City FC, Orlando City. Dazu offizielle Watch Parties, Stadion-Aktivierungen, Sampling-Events.

"Während Fußball die kulturellen Gespräche dominiert, folgt der Style", so Colonna. Die Kollektion verbinde Streetwear, Sport und Storytelling. Das ist keine Behauptung — es ist eine logische Verlängerung der Kampagnenidee in physische Produkte, die Fans tatsächlich haben wollen.

Die Kampagne von Ogilvy wird über TV, Online-Video, Paid Digital, Social, Audio, Out-of-Home, E-Commerce und Creator Marketing ausgespielt. Eine vollständige Omnichannel-Aktivierung, nicht ein Spot mit ein paar Social-Posts.

Was inhabergeführte Unternehmen hier sehen sollten

Jameson zeigt, wie moderne Markenarbeit funktioniert: nicht durch Penetranz, sondern durch kulturelle Relevanz. Die Marke positioniert sich nicht als Whiskey für Fußballfans — sie positioniert sich als Teil der Momente, in denen Menschen zusammenkommen. Das ist ein fundamentaler Unterschied.

"Ob Tailgate, Watch Party, Pub oder wo auch immer das Spiel stattfindet — wir wollen die Momente der Verbindung feiern, die jenseits des Spielfelds leben", sagt Colonna. Diese Haltung — wir sind Teil eurer Erlebnisse, nicht der Grund dafür — ist genau das, was viele Mittelständler in ihrer Kommunikation vermissen lassen.

Die WM 2026 steht vor der Tür. Jede Brauerei, jeder Getränkehersteller, jeder Gastronomiebetrieb wird versuchen, auf diesen Zug aufzuspringen. Die meisten werden scheitern — weil sie Fußball als Kulisse nutzen statt als kulturellen Kontext.

Wer jetzt noch glaubt, dass ein Logo auf einem Banner und ein "Offizieller Partner"-Zusatz ausreicht, verliert nicht nur Werbebudget. Er verliert die Chance, in einem der größten kulturellen Momente des Jahrzehnts relevant zu sein. Und diese Chance kommt nicht wieder.

 
 
 

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