Kundenerlebnis wird zum Produkt – Was KMU von den Austrian Golf Open 2026 lernen können
- Harald Sturm
- 2. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Ein Stadionbesuch, der sich anfühlt wie eine eigene Welt. Ein Pop-up-Store, der mehr Galerie ist als Verkaufsfläche. Ein Golfturnier, das zur sportlichen Referenz wird. Was gerade in Sport, Entertainment und Luxus passiert, ist kein Trend — es ist eine fundamentale Verschiebung dessen, was Menschen von Marken erwarten.
„In der Beratung sehe ich regelmäßig Unternehmen mit exzellenten Produkten und austauschbaren Kundenerlebnissen. Ein Maschinenbauer, dessen Werksführung zur Inszenierung wird. Ein Hotelier, der Ankunft zum Ritual macht. Das sind keine Kostentreiber — das sind Margenhebel, die Wettbewerber nicht kopieren können.“
— Harald Sturm
Und während die großen Namen wie Ralph Lauren, Dior oder SailGP diese Entwicklung bereits monetarisieren, schauen viele mittelständische Unternehmer ungläubig zu oder bekommen es gar nicht mit. "Das ist doch nur was für die Großen" — ist oft der erste Reflex und ein gefährlicher Irrtum.
Die Fragmentierung macht echte Momente kostbar
Wir leben in der vielleicht fragmentiertesten Phase der Mediengeschichte. Alles ist on demand verfügbar, alles kann nachgeholt werden, nichts muss mehr live erlebt werden. Paradoxerweise macht genau das reale Erlebnisse wertvoller denn je.
Die globalen Besucherzahlen bei Sportevents liegen über dem Vor-Pandemie-Niveau. Bei den Austrian Golf Open 2026 wollten Fans nicht nur Sepp Straka (Österreichs No. 1 Golfer) spielen sehen — sie wollten Teil des historischen Moments sein. Der makellose Platz, die phantastische Stimmung, die Kitzbühler-Gams-Zeremonie. Das Erlebnis macht Kitzbühel zu einem neuen kulturellen Sommer-Moment, der weit über erstklassigen Golfsport hinausgeht.
Leah Davis, CMO von SailGP und von ADWEEK als eine der einflussreichsten Frauen im Sport ausgezeichnet, bringt es auf den Punkt: Die Organisationen, die künftig gewinnen, werden nicht die lautesten sein. Sondern jene, die Sport, Entertainment, Gastfreundschaft, Technologie und Gemeinschaft zu etwas verschmelzen, das sich weniger wie ein Event anfühlt — und mehr wie das Betreten einer faszinierenden Welt.
Erinnerungen sind die neue Währung
David Ogilvy sagte einst: "Wenn du nicht brillant sein kannst, sei wenigstens unvergesslich." Im aktuellen Experience-Revival ist Unvergesslichkeit der ultimative Differenzierungsfaktor.
Menschen kehren nicht wegen funktionaler Erlebnisse zurück. Sie kehren wegen emotionaler Erlebnisse zurück. Luxusmarken bauen Pop-ups, die sich wie temporäre Universen anfühlen. Musiker gestalten Tourneen, die als kulturelles Momentum existieren, nicht als Konzerte. Die Austrian Open der Zukunft in Kitzbühel werden bedeutsamer sein, als jene im Gut Altentann im Salzburgerland (das steht für mich fest (Die beiden Locations wechseln sich ab als Austragsort)). Der gemeinsame Nenner: Menschen wollen Erlebnisse, die sich intensiv und unterhaltsam anfühlen und ihre Zeit wert sind.
KI wird dabei eine Rolle spielen — sie wird Journeys personalisieren, Bedürfnisse antizipieren und Reibung reduzieren. Aber es werden immer noch die menschlichen Momente sein, die Menschen in Erinnerung behalten. Die Ankunft, die Atmosphäre, die unerwartete Interaktion, die geteilte Emotion. Nichts davon lässt sich automatisieren. Live is Life. "Well played, Kitzbühel" mit den Austrian Golf Open 2026.
Erinnerungen und Momente sind zur wertvollsten Währung im modernen Brand Marketing geworden. Darüber sprechen Menschen, darüber posten sie, dafür kommen sie zurück. See you, Kitzbühel 2028!
Was das für Ihren Mittelstand bedeutet
Für CMOs — und damit meine ich in inhabergeführten KMU meist den Geschäftsführer selbst — schafft das sowohl Chance als auch Herausforderung.
Die Chance: Erlebnisse zu gestalten, die emotionale Verbindungen vertiefen und neue Formen von Loyalität erschließen. Die Herausforderung: Das erfordert ein anderes Mindset. Eines, das Bedeutung und Kreativität priorisiert. Resonanz über Reichweite. Langfristigen Markenwert über kurzfristige Optimierung.
Es erfordert auch Mut. Den Mut, in Kreativität zu investieren. Den Mut, das physische Erlebnis zu erheben. Den Mut, für Zugehörigkeit zu gestalten statt nur für Sichtbarkeit.
Denn künftige Fans zu gewinnen — ob in Sport, Entertainment, B2B, inzelhandel oder Gastgewerbe — geht nicht nur um Skalierung. Es geht darum, Erlebnisse zu schaffen, zu denen Menschen zurückkehren wollen, zu denen sie gehören wollen.
Kunden und der Markt wollen keinen Sitzplatz. Sie wollen eine Geschichte. Und sie werden die Marken wählen, die sie etwas einfallen lassen und spürbar werden — gegenüber jenen, die ihnen nur etwas zeigen.
Die Frage, die Sie sich stellen sollten
Was bleibt von der Interaktion mit Ihrer Marke in Erinnerung? Nicht was Sie kommunizieren — was Menschen tatsächlich erleben. Bei jedem Kundenkontakt, jedem Online wie Offline-Auftritt, jedem Unternehmens-Besuch.
Wenn Ihre Antwort "nichts Besonderes" lautet, verlieren Sie gerade Kunden an Wettbewerber, die verstanden haben: Das Erlebnis ist nicht mehr Beiwerk. Das Erlebnis ist das Produkt.
Jeden Tag, an dem Ihre Marke funktional statt emotional erlebt wird, zahlen Sie mit verlorener Preismacht und fehlender Kundenloyalität. Das ist keine Warnung — das ist schlicht die neue Realität.
Hallo, ich bin Harald Sturm 👋 Ich bin Marken-Arzt – und Sparringpartner für KMU, CEOs & CMOs.
Ich decodiere, warum starke Unternehmen unter ihrem Wert wahrgenommen werden – und begleite sie mit 100 % Fokus auf Marke, Kommunikation & Sales dabei, das zu ändern. Beratend oder als Fractional CMO.
Meine These: Jedes Unternehmen ist besser als sein Marktauftritt. Wer seine Marke alle zwei Jahre neu erfindet, zahlt jedes Mal die Anlaufkosten – und erntet nie den Zinseszins.




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